Handyverbot an Schulen in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg hat am 10. Dezember 2025 einen neuen Weg eingeschlagen: Der Landtag beschloss eine Änderung des Schulgesetzes (Paragraph 23 Abs. 2b SchG), die alle Schulen verpflichtet, verbindliche Regeln zur privaten Handynutzung zu erlassen. Ein generelles Landesverbot gibt es nicht – stattdessen erhalten Schulen einen gesetzlichen Auftrag mit pädagogischem Spielraum.
Das bedeutet: Seit Beginn des Schuljahres 2026/27 (14. September 2026) muss jede Schule in Baden-Württemberg eine eigene Handyordnung beschlossen haben. Ein "Laissez-faire" – also das Fehlen jeglicher Regeln – ist ab sofort nicht mehr zulässig. Die damalige Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) begründete die Maßnahme mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den negativen Auswirkungen unregulierter Smartphone-Nutzung auf Konzentration, Lernfähigkeit und psychische Gesundheit.
Und es geht weiter: Die seit Mai 2026 amtierende grün-schwarze Landesregierung unter Ministerpräsident Cem Özdemir hat im Koalitionsvertrag ein landesweites Verbot der privaten Handynutzung vereinbart. Kultusminister Andreas Jung (CDU) hat im August 2026 die Eckpunkte vorgelegt: „Wenn Schule ist, hat das Handy Pause“ – für alle Klassenstufen und Schularten an öffentlichen Schulen, von der ersten bis zur letzten Schulstunde inklusive Pausen, angestrebt ab dem Schuljahr 2027/28.
Dieser Ratgeber erklärt, was das geltende Gesetz für Ihre Schule bedeutet, was mit dem geplanten Landesverbot auf Sie zukommt und wie Sie die Umsetzung praktisch angehen.
Was regelt das neue Schulgesetz in Baden-Württemberg?
Die Schulgesetzesänderung vom Dezember 2025 verpflichtet jede Schule in Baden-Württemberg, verbindliche Regelungen zur privaten Nutzung digitaler Endgeräte zu beschließen. Das Gesetz gibt dabei bewusst keinen einheitlichen Standard vor, sondern überlässt die konkrete Ausgestaltung den Schulen.
Rechtliche Lage – Handyverbot an Schulen in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg hat sich für einen Mittelweg entschieden: Keine landesweite Verbotsregelung, aber eine gesetzliche Pflicht für jede Schule, eigene verbindliche Regeln zu schaffen.
Paragraph 23 Abs. 2b SchG: Die neue Rechtsgrundlage
Am 10. Dezember 2025 beschloss der Landtag eine Änderung des Schulgesetzes. Der neue Paragraph 23 Absatz 2b stärkt die Möglichkeiten der Schulen, die private Nutzung digitaler mobiler Endgeräte alters- und entwicklungsangemessen zu regeln.
Die wesentlichen Punkte:
- Jede Schule muss verbindliche Regelungen zur privaten Handynutzung in die Schulordnung aufnehmen.
- Ein vollständiges Fehlen von Nutzungsregeln ("Laissez-faire") ist nicht mehr zulässig.
- Die Schulkonferenz beschließt die konkreten Regeln – das Gesetz gibt einen Rahmen, aber keine einheitliche Vorgabe.
- Die Regelungen müssen alters- und entwicklungsangemessen sein.
Was das Gesetz für verschiedene Schulformen bedeutet
Das Kultusministerium hat konkrete Empfehlungen veröffentlicht, die sich nach Altersgruppen unterscheiden:
- Grundschulen: Das Ministerium empfiehlt ein nahezu vollständiges Nutzungsverbot. Smartphones sollen nur in absoluten Ausnahmefällen (etwa aus medizinischen Gründen) erlaubt sein.
- Sekundarstufe I: Differenzierte Regelungen mit klaren Nutzungszonen und -zeiten. Die Tendenz geht zu restriktiven Regeln, besonders in den unteren Klassen.
- Sekundarstufe II und Berufsschulen: Hier sind moderatere Lockerungen vorgesehen. Ältere Schüler sollen mehr Eigenverantwortung übernehmen können.
Noch kein generelles Landesverbot
Die Koalition aus Grünen und CDU hat sich bewusst gegen ein flächendeckendes Verbot nach dem Vorbild Hessens oder Bayerns entschieden. Die damalige Kultusministerin Schopper betonte, dass Schulen den pädagogischen Spielraum brauchen, um Regelungen passgenau auf ihre Situation zuzuschneiden. Gleichzeitig dürfe es keine Schulen mehr geben, die das Thema ignorieren.
Ausblick: Landesweites Verbot ab Schuljahr 2027/28 geplant
Mit der Landtagswahl vom 8. März 2026 hat sich die Richtung geändert. Die neue grün-schwarze Koalition unter Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat im Koalitionsvertrag vereinbart, die private Handynutzung an Schulen landesweit zu verbieten. Kultusminister Andreas Jung (CDU) hat am 19. August 2026 die Eckpunkte vorgestellt:
- Leitsatz: „Wenn Schule ist, hat das Handy Pause.“
- Geltungsbereich: alle Klassenstufen und alle Schularten an öffentlichen Schulen – von Beginn der ersten bis zum Ende der letzten Schulstunde, inklusive Pausen.
- Ausnahmen: Mittagspausen, Heim- und Ausgangszeiten in Internaten, außerunterrichtliche Veranstaltungen, Notfälle und Krisensituationen, gesundheitliche Gründe und barrierefreie Teilhabe (z.B. Blutzucker-Apps, digitale Sehhilfen) sowie wichtige Gründe wie spontaner Unterrichtsausfall. Die pädagogische Nutzung im Unterricht bleibt erlaubt.
- Zeitplan: angestrebt ab dem Schuljahr 2027/28. Nach der regierungsinternen Abstimmung folgt die Anhörung von Verbänden und Gewerkschaften; die Schulen sollen anschließend ihre Schulordnungen anpassen. Ein Kabinettsbeschluss liegt noch nicht vor (Stand September 2026).
Die Reaktionen sind geteilt: Der Philologenverband unterstützt das Vorhaben, GEW und Landeselternbeirat kritisieren die Pauschalität über alle Altersstufen, der Landesschülerbeirat wendet sich gegen die Gleichbehandlung älterer Schüler. Für Schulen heißt das: Die eigene Handyordnung bleibt bis 2027/28 maßgeblich – wer sie jetzt konsequent umsetzt, ist auf das Landesverbot vorbereitet.
Fristen für Schulen
- Schuljahr 2025/26: Schulen sollen Regelungen erarbeiten und durch die Schulkonferenz beschließen lassen.
- Schuljahr 2026/27: Seit Beginn dieses Schuljahres (14. September 2026) müssen gültige Regelungen vorliegen – Schulen ohne beschlossene Handyordnung sind im Verzug.
Das Kultusministerium stellt umfangreiche FAQ, Musterformulierungen für Nutzungsordnungen und Begleitmaterialien auf seiner Website zur Verfügung.
Herausforderungen für Schulen in Baden-Württemberg
Die neue gesetzliche Pflicht kommt nicht ohne Grund: Viele Schulen kämpfen seit Jahren mit den Folgen unkontrollierter Smartphone-Nutzung.
Die Datenlage ist alarmierend
Laut JIM-Studie liegt die durchschnittliche Smartphone-Bildschirmzeit bei Jugendlichen bei knapp vier Stunden täglich – bei den 18- bis 19-Jährigen sogar bei über viereinhalb Stunden. 24,5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen nutzen Social Media in einem Maß, das als riskant für die Gesundheit eingestuft wird.
Ablenkung im Unterricht
Die PISA-Studie zeigt einen klaren Zusammenhang: Je häufiger Schüler im Unterricht durch digitale Geräte abgelenkt werden, desto schlechter fallen ihre Ergebnisse aus. Eine Studie der Universität Austin, Texas, belegt, dass allein die Anwesenheit eines Smartphones im Raum die Konzentration messbar beeinträchtigt – selbst wenn es ausgeschaltet ist.
Cybermobbing und Persönlichkeitsrechte
Heimliche Foto- und Videoaufnahmen, die Verbreitung intimer Bilder und Cybermobbing sind alltägliche Probleme an Schulen. Rund 18,5 Prozent der Schüler in Deutschland sind von Cybermobbing betroffen. Handyfreie Zonen schützen die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten.
Position der GEW Baden-Württemberg
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg begrüßt den neuen gesetzlichen Rahmen grundsätzlich, betont aber, dass die Umsetzung nicht allein den Lehrkräften aufgebürdet werden dürfe. Es brauche praktikable Lösungen, die den Schulalltag erleichtern statt belasten.
Praktische Lösungen – So setzen Schulen in BW die neuen Regeln um
Das Gesetz verpflichtet – aber welche Methode eignet sich für Ihre Schule?
Methode 1: Rein regelbasierter Ansatz
Schulen definieren Regeln in der Schulordnung ("Handy aus und in die Tasche") und setzen auf die Disziplin der Schüler und die Aufsicht der Lehrkräfte.
- Vorteil: Keine Anschaffungskosten
- Nachteil: Schwer durchsetzbar, belastet Lehrkräfte, häufige Konflikte, "Handy-Polizei"-Effekt
Methode 2: Handyschränke und Sammelboxen
Smartphones werden in Schließfächern oder Boxen im Klassenraum oder Schulflur verwahrt.
- Vorteil: Klare physische Trennung
- Nachteil: Hohe Kosten, Platzbedarf, Haftungsrisiko, Stau bei der Rückgabe, unflexibel bei Unterrichtseinsatz
Methode 3: Verschließbare Handytaschen
Schüler legen ihr Smartphone in eine verschließbare Tasche mit Magnetverschluss. Die Tasche kann nur mit einem speziellen Öffner entriegelt werden.
- Vorteil: Smartphone bleibt beim Schüler (kein Haftungsrisiko), kein Einsammeln nötig, flexibel für Unterrichtseinsatz, Regel physisch sichtbar und durchsetzbar
- Nachteil: Anschaffungskosten für die Erstausstattung
Verschließbare Handytaschen wie LOCKSTA eignen sich besonders gut für den baden-württembergischen Ansatz, weil sie maximale Flexibilität bieten: Ob Ihre Schule ein vollständiges Verbot oder eine differenzierte Regelung mit Nutzungszonen beschließt – die Tasche lässt sich in jedes Konzept integrieren. Verschlossen während des Unterrichts, geöffnet in definierten Freigabezonen.
Erfolgsbeispiele und Erfahrungen
Baden-Württembergische Schulen als Vorreiter
Einige Schulen in Baden-Württemberg haben nicht auf das Gesetz gewartet, sondern frühzeitig eigene Regelungen eingeführt. Das Dillmann-Gymnasium in Stuttgart hat bereits zum Schuljahr 2025/26 die private Smartphone-Nutzung auf dem gesamten Schulgelände untersagt – mit einer Ausnahmeregelung für die Oberstufe. Die Erfahrung: Mehr Gespräche unter Schülern und ein besseres soziales Klima.
Weitere Schulen haben bereits Erfahrungen gesammelt und stellen ihre Praxisbeispiele als Anregung für andere zur Verfügung – das Kultusministerium sammelt diese auf seiner Website.
Internationale Vorbilder
Der baden-württembergische Ansatz – gesetzlicher Rahmen mit schulischem Spielraum – orientiert sich an internationalen Erfahrungen:
- Frankreich: Nationales Verbot bis Klasse 9 seit 2018, mit Ausnahmen für pädagogische Nutzung.
- Niederlande: Handyverbot an allen Schulen seit Januar 2024.
- Hessen: Smartphone-Schutzzonen an allen öffentlichen Schulen seit August 2025.
Die wissenschaftliche Evidenz ist klar: Eine Übersichtsstudie der Universität Augsburg bestätigt messbare positive Effekte von Smartphone-Verboten auf Lernleistung und soziales Wohlbefinden – wenn sie pädagogisch begleitet werden. Genau das ist der Kern des BW-Ansatzes.
Schritt für Schritt: Handyordnung in BW erarbeiten
So gehen Sie die gesetzliche Pflicht an Ihrer Schule strukturiert an:
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Welche Regeln gelten aktuell? Wo gibt es Probleme? Welche Geräte sind betroffen (Smartphones, Smartwatches, Tablets)? Nutzen Sie die FAQ des Kultusministeriums als Orientierung.
Schritt 2: Arbeitsgruppe bilden
Beziehen Sie Lehrkräfte, Elternvertretung und – ab der Sekundarstufe – Schülervertretung ein. Ein partizipativer Prozess schafft Akzeptanz und ist im Sinne des Gesetzgebers.
Schritt 3: Altersgerechte Regelung entwickeln
Nutzen Sie die Musterformulierungen des Ministeriums. Differenzieren Sie nach Altersgruppen: strenger in der Grundschule, differenzierter in der Oberstufe. Definieren Sie klare Ausnahmen (medizinische Gründe, Unterrichtseinsatz).
Schritt 4: Aufbewahrungslösung wählen
Verschließbare Handytaschen bieten die flexibelste Umsetzung: Sie passen zu jedem Regelungsmodell, ob vollständiges Verbot oder zonenbasierte Lösung. Starten Sie mit einer Pilotklasse.
Schritt 5: Schulkonferenz-Beschluss
Legen Sie die fertige Handyordnung der Schulkonferenz zur Abstimmung vor. Die Regelung hätte zu Beginn des Schuljahres 2026/27 vorliegen müssen – falls noch nicht geschehen, holen Sie den Beschluss umgehend nach.
Schritt 6: Kommunikation
Gerne unterstützen wir Sie mit erprobten Elternbrief Vorlagen. Erklären Sie die Gründe, die Regeln und die praktische Umsetzung.
Schritt 7: Evaluation
Werten Sie die Erfahrungen nach einem Halbjahr aus und passen Sie bei Bedarf an.
Fördermöglichkeiten für BW-Schulen
Die Finanzierung lässt sich über verschiedene Wege sicherstellen:
- Startchancen-Programm: Baden-Württemberg profitiert als drittgrößtes Bundesland erheblich. Handyfreie Zonen können als Maßnahme zur Verbesserung des Lernumfelds beantragt werden.
- Schulbudget und Schulträger: Die Kosten pro Schüler sind überschaubar und aus dem laufenden Budget finanzierbar.
- Förderverein: Viele Schulen finanzieren die Erstausstattung über den Förderverein oder Elterninitiativen.
Details finden Sie in unserem Ratgeber zur Finanzierung.
Häufig gestellte Fragen zum Handyverbot an Schulen in Baden-Württemberg
Gibt es ein landesweites Handyverbot in Baden-Württemberg?
Noch nicht. Baden-Württemberg hat bisher kein pauschales Verbot beschlossen, sondern eine gesetzliche Pflicht für Schulen, eigene verbindliche Regelungen zu erlassen. Die Landesregierung plant jedoch ein landesweites Verbot der privaten Handynutzung für alle Klassenstufen und Schularten – angestrebt ab dem Schuljahr 2027/28.
Bis wann müssen Schulen eine Handyordnung haben?
Seit Beginn des Schuljahres 2026/27 (14. September 2026) muss an jeder Schule eine gültige Regelung vorliegen. Das Schuljahr 2025/26 war als Erarbeitungsphase vorgesehen.
Was passiert, wenn eine Schule keine Regelung beschließt?
Das Schulgesetz sieht vor, dass jede Schule verbindliche Regelungen haben muss. Ein vollständiges Fehlen von Nutzungsregeln ist seit Inkrafttreten der Gesetzesänderung nicht mehr zulässig.
Wer haftet bei Beschädigung eingesammelter Handys?
Grundsätzlich die Schule, wenn sie Geräte in Verwahrung nimmt. Verschließbare Handytaschen vermeiden dieses Risiko: Das Smartphone bleibt beim Schüler, die Schule übernimmt keine Verwahrpflicht.
Müssen auch Smartwatches geregelt werden?
Ja. Die Gesetzesänderung spricht von "digitalen mobilen Endgeräten". Smartwatches mit Kommunikationsfunktion fallen darunter und sollten in die Handyordnung einbezogen werden.
So Funktionieren Handytaschen mit Magnetverschluss
Das Handy wird in die LOCKSTA Handytasche gelegt und verschlossen. Öffnen lässt es sich nur mit dem speziellen LOCKSTA Opener. So bleiben Schüler fokussiert und Lehrkräfte entlastet. Frei erhältliche Magnete funktionieren nicht, dank unserem geschützten System.

Das Smartphone geschützt verstauen
Das Handy bleibt in Besitz der Schüler und dennoch werden Ablenkungen oder Betrugsversuche verhindert.

Handytasche per Knopfdruck verschließen
Ein einfacher Druckknopf verschließt das LOCKSTA Case. Innerhalb der handyfreien Zone lässt sich die Handytasche nicht öffnen.

Zum Öffnen einfach an den Opener halten
Außerhalb der handyfreien Zone (z.B. am Ausgang) wird der Opener platziert. Knopf kurz antippen oder die Tasche leicht auf den Opener schlagen.
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