Handyverbot an Schulen in Brandenburg
Brandenburg hat ab dem Schuljahr 2025/26 ein Handyverbot an Grund- und Förderschulen eingeführt. Private digitale Endgeräte – Smartphones, Smartwatches und Tablets – müssen während des Unterrichts ausgeschaltet und verstaut werden. Die Rechtsgrundlage ist eine Änderung der Verwaltungsvorschriften über den Schulbetrieb (VV-Schulbetrieb).
Die Maßnahme geht auf den Koalitionsvertrag von SPD und BSW zurück: Das Bündnis Sahra Wagenknecht hatte ein Handyverbot als zentrale Forderung in die Koalitionsverhandlungen eingebracht. Der damalige Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) betonte, die Regelung schaffe "mehr Klarheit und Rechtssicherheit" für Schulleitungen und Lehrkräfte.
Seit März 2026 regiert in Potsdam eine Koalition aus SPD und CDU; Bildungsminister ist Gordon Hoffmann (CDU). Er hält an der Regelung für die Klassen 1 bis 6 fest, lehnt ein generelles Handyverbot an weiterführenden Schulen aber ab.
Dieser Ratgeber erklärt die aktuelle Rechtslage, die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten und warum Brandenburg damit eine andere Richtung einschlägt als das Nachbarland Berlin.
Was regeln die Verwaltungsvorschriften in Brandenburg?
Die Rechtsgrundlage für das Handyverbot in Brandenburg ist keine Schulgesetzänderung, sondern eine Überarbeitung der VV-Schulbetrieb – der Verwaltungsvorschriften über die Organisation der Schulen. Schulen können darüber hinaus über die Hausordnung strengere Regeln beschließen.
Rechtliche Lage – Handyverbot an Schulen in Brandenburg
Brandenburg hat sich für einen pragmatischen Weg entschieden: Statt einer Schulgesetzänderung wurde die bestehende Verwaltungsvorschrift überarbeitet. Das ermöglicht eine schnelle Umsetzung ohne langwieriges Gesetzgebungsverfahren.
Die VV-Schulbetrieb: Rechtsgrundlage
Die Änderung der Verwaltungsvorschriften über den Schulbetrieb (Abschnitt 1 Nr. 12 VV-Schulbetrieb, Amtsblatt des MBJS 2025 Nr. 15) regelt das Handyverbot an Brandenburger Grund- und Förderschulen. Die zentralen Punkte:
- Private digitale Endgeräte müssen während des Unterrichts ausgeschaltet und in Schultaschen, Schränken oder Schließfächern verstaut werden.
- Das Verbot gilt für die Klassen 1 bis 6 an Grund- und Förderschulen.
- Betroffen sind Smartphones, Smartwatches und Tablet-PCs.
- Das Mitbringen ist erlaubt – Eltern können ihren Kindern Geräte für den Schulweg mitgeben.
Ausnahmen
Lehrkräfte können in bestimmten Fällen Ausnahmen erlauben:
- Unterrichtseinsatz: Wenn digitale Geräte im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden sollen.
- Medizinische Gründe: Diabetes-Apps, Assistenzsysteme und ähnliche medizinische Anwendungen.
- Notfälle: Die Verwaltungsvorschrift nennt Notfälle nicht ausdrücklich – Schulen sollten den Umgang mit Gefahrensituationen deshalb in ihrer Hausordnung klarstellen.
Schulen können weitergehen
Die Verwaltungsvorschrift setzt einen Mindeststandard. Einzelne Schulen können über ihre Hausordnung strengere Regeln beschließen – etwa ein Nutzungsverbot auch in den Pausen oder eine Ausweitung auf höhere Klassenstufen. Damit behalten Schulen ihre Autonomie.
Politischer Hintergrund: Vom SPD/BSW-Koalitionsvertrag zur SPD/CDU-Regierung
Das Handyverbot war eine zentrale Forderung des BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD nach der Landtagswahl 2024. Im Januar 2026 zerbrach die SPD/BSW-Koalition; seit dem 18. März 2026 regiert eine Koalition aus SPD und CDU. Der neue Koalitionsvertrag enthält keine neue Handy-Regelung. Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) stellte im Juli 2026 klar: Ein generelles Handyverbot sei „nicht die Lösung“ – die Regel für die Klassen 1 bis 6 bleibt, weiterführende Schulen regeln die Nutzung weiterhin selbst, der Fokus liegt auf Medienkompetenz und Aufklärung gegen digitale Gewalt.
Der damalige Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) hatte die Maßnahme 2025 in einen pädagogischen Kontext gestellt: Schulen sollen Kindern helfen, einen "verantwortungsvollen und kritischen Umgang" mit digitalen Geräten zu entwickeln und Medienkompetenz zu erwerben.
Herausforderungen für Schulen in Brandenburg
Der Kontrast zu Berlin
Brandenburg hat ein Handyverbot an Grund- und Förderschulen, während das Nachbarland Berlin bislang auf Schulautonomie setzt. Für Familien in der Metropolregion Berlin-Brandenburg, deren Kinder in unterschiedlichen Bundesländern zur Schule gehen, führt das zu einer spürbaren Diskrepanz. Dieser Kontrast verstärkt die Debatte in beiden Ländern – vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 fordern dort inzwischen CDU und SPD ein Handyverbot an Grundschulen.
Umsetzung in der Fläche
Brandenburg ist ein Flächenland mit vielen kleinen Schulen im ländlichen Raum. Nicht alle Schulen verfügen über Schließfächer oder Schränke zur Verwahrung von Geräten. Die VV-Schulbetrieb nennt zwar Aufbewahrungsoptionen, überlässt die konkrete Umsetzung aber den Schulen.
Bundesweite Problemlage
Die Zahlen gelten auch für Brandenburg: knapp vier Stunden Bildschirmzeit täglich bei Jugendlichen, 237 Benachrichtigungen pro Tag, 18,5 Prozent Cybermobbing-Betroffene. Die PISA-Studie belegt: Ablenkung durch digitale Geräte verschlechtert Schulleistungen messbar.
Herausforderung: Nur Unterrichtszeit
Die Verwaltungsvorschrift bezieht sich auf die Unterrichtszeit. Ob das Verbot auch für Pausen, Hort und Nachmittagsbetreuung gilt, hängt von der schulischen Hausordnung ab. Schulen müssen diese Lücke eigenständig schließen.
Praktische Lösungen – So setzen Brandenburger Schulen das Verbot um
Die VV-Schulbetrieb nennt drei Aufbewahrungsoptionen: Schultasche, Schrank oder Schließfach. In der Praxis zeigt sich: Nicht alle sind gleich wirksam.
Methode 1: Ausgeschaltet in der Schultasche
Die einfachste Variante: Geräte bleiben ausgeschaltet im Ranzen.
- Vorteil: Keine Kosten, sofort umsetzbar
- Nachteil: Kaum kontrollierbar, Versuchung bleibt, Lehrkräfte müssen ständig überwachen
Methode 2: Schränke und Schließfächer
Geräte werden in schulischen Schränken oder Schließfächern verwahrt.
- Vorteil: Klare physische Trennung
- Nachteil: Nicht alle Schulen haben genügend Schließfächer, Anschaffungskosten, Haftungsrisiko, Zeitaufwand
Methode 3: Verschließbare Handytaschen
Schüler legen ihr Gerät in eine verschließbare Tasche mit Magnetverschluss.
- Vorteil: Gerät bleibt beim Schüler (kein Haftungsrisiko), kein Einsammeln, kein Schrank nötig, flexibel für Unterrichtseinsatz
- Nachteil: Anschaffungskosten für Erstausstattung
Für Brandenburger Schulen im ländlichen Raum, die oft nicht über Schließfächer verfügen, bieten verschließbare Handytaschen wie LOCKSTA die praktikabelste Alternative. Sie erfüllen die Anforderung der VV-Schulbetrieb ("ausgeschaltet und verstaut") ohne bauliche Maßnahmen. Und wenn die Lehrkraft das Gerät für den Unterricht braucht, ist es mit einem Handgriff freigegeben.
Erfolgsbeispiele und Erfahrungen
Erfahrungen aus Brandenburg
Das Handyverbot ist seit dem Schuljahr 2025/26 in Kraft. Erste Rückmeldungen zeigen: Schulen, die auf eine physische Lösung setzen, berichten von deutlich weniger Konflikten als Schulen, die sich allein auf die Regel "ausgeschaltet im Ranzen" verlassen.
Erfahrungen aus anderen Bundesländern
- Hessen: Smartphone-Schutzzonen seit August 2025 an allen Schulen – das weitreichendste Modell.
- Sachsen: Grundschulverbot seit Februar 2026, seit dem Schuljahr 2026/27 bis Klasse 8 – deutlich weiter als Brandenburg.
- Schleswig-Holstein: Erlass bis Klasse 9 – geht deutlich weiter als Brandenburg.
- Niedersachsen: Die Oberschule Northeim setzt auf verschließbare Hüllen, wissenschaftlich begleitet von der Uni Göttingen.
Wissenschaftliche Evidenz
Die Forschungslage stützt den Kurs:
- London School of Economics: messbar bessere Testergebnisse an Schulen mit Handyverbot (6,4 % einer Standardabweichung, rund eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche).
- Universität Augsburg: Messbare positive Effekte auf Lernleistung und Wohlbefinden.
- PISA: Klarer Zusammenhang zwischen Ablenkung und schlechteren Leistungen.
Schritt für Schritt: Handyverbot in Brandenburg umsetzen
Schritt 1: VV-Schulbetrieb kennen
Machen Sie sich mit der aktualisierten Verwaltungsvorschrift vertraut. Sie bildet den rechtlichen Rahmen für Ihr schulisches Handykonzept.
Schritt 2: Hausordnung prüfen und erweitern
Prüfen Sie, ob Ihre Hausordnung über den Mindeststandard der VV-Schulbetrieb hinausgehen soll – etwa Verbot auch in Pausen oder Ausweitung auf höhere Klassen.
Schritt 3: Aufbewahrungslösung wählen
Verschließbare Handytaschen bieten die flexibelste Umsetzung – besonders für Schulen ohne ausreichend Schließfächer. Starten Sie mit einer Pilotklasse.
Schritt 4: Eltern informieren
Gerne unterstützen wir Sie mit erprobten Elternbrief Vorlagen. Erklären Sie: Geräte dürfen mitgebracht werden, müssen aber während des Unterrichts ausgeschaltet und verstaut sein.
Schritt 5: Evaluieren
Werten Sie die Erfahrungen aus und passen Sie bei Bedarf an. Teilen Sie Ihre Erkenntnisse mit anderen Brandenburger Schulen.
Fördermöglichkeiten
- Startchancen-Programm: Handyfreie Zonen als Maßnahme zur Verbesserung des Lernumfelds beantragen.
- Schulbudget und Schulträger: Kosten pro Schüler überschaubar.
- Förderverein: Erstausstattung über den Förderverein finanzieren.
Mehr Informationen: Ratgeber zur Finanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Seit wann gilt das Handyverbot in Brandenburg?
Seit dem Schuljahr 2025/26. Das Verbot gilt an Grund- und Förderschulen für die Klassen 1 bis 6 während des Unterrichts.
Gilt das Verbot auch in den Pausen?
Die VV-Schulbetrieb regelt den Unterricht. Ob das Verbot auch für Pausen, Hort und Nachmittagsbetreuung gilt, hängt von der schulischen Hausordnung ab. Schulen können strengere Regeln beschließen.
Dürfen Kinder ihr Handy mitbringen?
Ja. Das Verbot betrifft die Nutzung während des Unterrichts, nicht das Mitbringen. Geräte müssen ausgeschaltet und verstaut sein.
Welche Ausnahmen gibt es?
Lehrkräfte können Ausnahmen für den Unterrichtseinsatz und aus medizinischen Gründen erlauben. Notfälle regelt die Verwaltungsvorschrift nicht ausdrücklich – Schulen sollten dies in ihrer Hausordnung klarstellen.
Wer haftet bei Beschädigung?
Wenn die Schule Geräte in Schränken oder Schließfächern verwahrt, trägt sie das Haftungsrisiko. Verschließbare Handytaschen umgehen dieses Problem: Das Gerät bleibt beim Schüler.
So Funktionieren Handytaschen mit Magnetverschluss
Das Handy wird in die LOCKSTA Handytasche gelegt und verschlossen. Öffnen lässt es sich nur mit dem speziellen LOCKSTA Opener. So bleiben Schüler fokussiert und Lehrkräfte entlastet. Frei erhältliche Magnete funktionieren nicht, dank unserem geschützten System.

Das Smartphone geschützt verstauen
Das Handy bleibt in Besitz der Schüler und dennoch werden Ablenkungen oder Betrugsversuche verhindert.

Handytasche per Knopfdruck verschließen
Ein einfacher Druckknopf verschließt das LOCKSTA Case. Innerhalb der handyfreien Zone lässt sich die Handytasche nicht öffnen.

Zum Öffnen einfach an den Opener halten
Außerhalb der handyfreien Zone (z.B. am Ausgang) wird der Opener platziert. Knopf kurz antippen oder die Tasche leicht auf den Opener schlagen.
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