KIM-Studie 2024: Wie Kinder zwischen 6 und 13 Jahren Smartphones nutzen
Die KIM-Studie (Kindheit, Internet, Medien) ist das Schwester-Format zur JIM-Studie und dokumentiert Mediennutzung bei Kindern im Grundschul- und frühen Sekundarstufen-Alter. Für Grundschulen und Sek-I-Schulen ist sie die wichtigste empirische Bezugsgröße.
Smartphone-Verbreitung nimmt steil zwischen 6 und 13 Jahren zu
Die KIM-Studie zeigt: Während 6–7-Jährige noch selten ein eigenes Smartphone besitzen, ist die Verbreitung bei 12–13-Jährigen nahezu vollständig. Genau diese Übergangsphase macht die Grundschule und frühe Sek-I zum kritischen Zeitfenster für Smartphone-Pädagogik.
Hintergrund und Forschungsfrage
Die KIM-Studie ergänzt die JIM-Studie (12–19 Jahre) durch die Erhebung jüngerer Kinder (6–13 Jahre). Sie wird ebenfalls vom mpfs durchgeführt und ist die wichtigste deutsche Referenz zu Mediennutzung in der späten Kindheit.
Methodik
1.200 Kinder im Alter 6–13 werden repräsentativ befragt, plus deren Erziehungsberechtigte. Die Studie umfasst Geräteausstattung, Mediennutzungsdauer, Inhalte, Apps, Internetkompetenz, Regeln im Haushalt sowie kritische Themen (z. B. unangenehme Online-Erfahrungen).
Wichtigste Ergebnisse
- Smartphone-Besitz nach Alter: Wenige 6–7-Jährige, deutlich mehr 9–10-Jährige, fast alle 12–13-Jährigen.
- Erstkontakt-Alter sinkt: Im Vergleich zu Vorjahren verschiebt sich der erste eigene Smartphone-Erhalt zunehmend in jüngere Jahrgänge.
- Hauptnutzung: Videos schauen (YouTube), Messaging (WhatsApp), Spielen.
- Eltern-Regeln: Die meisten Familien geben Smartphone-Regeln vor, deren Durchsetzung wird aber als schwierig beschrieben.
- Schulisches Smartphone: In Grundschulen häufig für den Schulweg gedacht – nicht für den Unterricht.
Was bedeutet das für Schulen?
Die KIM-Studie liefert Grundschulen und frühen Sekundarstufen-Schulen die entscheidende Erkenntnis: Die Smartphone-Verbreitung passiert genau in deren Zuständigkeitsbereich. Wenn Schul-Politik nicht bereits in Klasse 3–4 ansetzt, ist sie bei Eintritt in die Sek I überfällig.
- Grundschulen müssen sich vom alten Bild lösen, dass Smartphones 'noch kein Thema' sind.
- Frühe pädagogische Einbettung ist effektiver als späte Regeln.
- Eltern-Schule-Kommunikation: Schulen können Eltern unterstützen, weil die Eltern selbst Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Regeln haben.
Zitiervorschlag
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs) (2024). KIM-Studie 2024: Kindheit, Internet, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland.
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