Klaus Zierer: Warum ein renommierter Pädagoge Smartphones aus dem Klassenraum entfernen will
Prof. Klaus Zierer, Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, gilt als einer der profiliertesten deutschen Bildungsforscher. Als Übersetzer und Weiterentwickler von John Hatties Visible Learning hat er eine evidenzbasierte Sicht auf Lernen geprägt. Seine Position zu Smartphones im Klassenraum ist klar: Sie gehören in den meisten Unterrichtssituationen nicht hin.
Hintergrund: Wer ist Klaus Zierer und warum ist seine Stimme wichtig?
Zierer ist seit Jahren in der deutschen Bildungsöffentlichkeit präsent – als Buchautor, Kommentator (FAZ, Welt u. a.) und Berater von Schulpolitik. Seine Argumente gegen unkontrollierte Smartphone-Nutzung beruhen nicht auf einer einzelnen Studie, sondern auf der Synthese internationaler empirischer Forschung – darunter Hatties Meta-Meta-Analysen und Studien wie Beland-Murphy 2015.
Zierers Argumentationslinie
Zierer argumentiert nicht populistisch, sondern aus pädagogisch-empirischer Sicht. Seine Kernpunkte:
- Pädagogik vor Technik: Digitale Geräte sind nur dann sinnvoll, wenn sie eine pädagogische Aufgabe erfüllen. Unstrukturierte Smartphone-Nutzung erfüllt diese Bedingung im Regelfall nicht.
- Evidenz-Skepsis gegenüber pauschaler Digitalisierung: Hatties Meta-Analysen zeigen: Der Einfluss von Technologie auf Lernen ist im Durchschnitt nur mäßig – während Lehrer-Schüler-Beziehung und klare Unterrichtsführung weit größere Effekte haben.
- Ablenkungs-Realität: In der Praxis nutzen Schüler:innen Smartphones überwiegend für Privates, nicht für Bildung. Damit überwiegen Kosten (Ablenkung, Konflikte, Konzentrationsverlust) die didaktischen Vorteile.
- Notwendigkeit klarer Strukturen: Schulen müssen klare, durchsetzbare Regeln haben – nicht punktuelle Verbote, sondern strukturelle Lösungen.
Position zu verschließbaren Handytaschen
Zierers Argumentation passt direkt zur Logik von verschließbaren Handytaschen wie LOCKSTA: Sie sind die strukturelle Lösung, die Smartphones im Unterricht physisch unzugänglich macht, ohne sie einzusammeln. Damit verbinden sie das pädagogische Ziel (Konzentration, ungestörter Unterricht) mit organisatorischer Praktikabilität (kein Verwaltungsaufwand, keine Haftung).
Was bedeutet das für Schulen?
Aus Zierers Position lässt sich für Schulleitungen ableiten:
- Smartphone-Politik sollte evidenzbasiert sein – nicht ideologisch 'pro digital' oder 'anti digital'.
- Pädagogische Ziele (Konzentration, Beziehung, klare Struktur) sind wichtiger als technologische Modernisierung um ihrer selbst willen.
- Strukturelle Lösungen (Verbot mit physischer Durchsetzung) wirken besser als appellative ('Bitte legt das Handy weg!').
Hinweis zur Quelle
Dieser Eintrag dokumentiert eine Expertenposition – nicht eine einzelne peer-reviewte Studie. Zierer hat sich in zahlreichen Büchern, Aufsätzen und öffentlichen Beiträgen zur Smartphone-Frage geäußert. Für direkte Originalquellen siehe die Veröffentlichungsliste der Lehrstuhlseite an der Universität Augsburg.
Weitere Studien
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